Gründung der BAG Shalom in und bei der Partei Die Linke vollzogen

Am Samstag, den 22. November 2025, trafen sich Mitglieder der Partei Die Linke in Halle (Saale) zum Gründungstreffen der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Shalom.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft ist ein Zusammenschluss von Mitgliedern der Partei Die Linke sowie Sympathisant*innen, die sich für den Schutz jüdischen Lebens und gegen Antisemitismus und Antizionismus einsetzen.

Die BAG will innerhalb der Partei wie auch in der Gesellschaft für den in Deutschland weiter zunehmenden Antisemitismus und Antizionismus sensibilisieren und diesem entschlossen entgegentreten. Als Antizionismus versteht die BAG dabei Bestrebungen, den Staat Israel zu delegitimieren und in letzter Konsequenz zu zerstören. Dies widerspricht eklatant dem Programm der Partei Die Linke, welche sich für eine Zweistaatenlösung einsetzt. Das Erfurter Programm, das auch die Grundlage unserer Arbeit ist, bekennt unzweideutig: „Deutschland hat wegen der beispiellosen Verbrechen der Deutschen an den Jüdinnen und Juden während des deutschen Faschismus eine besondere Verantwortung und muss jeder Art von Antisemitismus, Rassismus, Unterdrückung und Krieg entgegentreten. Insbesondere diese Verantwortung verpflichtet auch uns, für das Existenzrecht Israels einzutreten.“

Zugleich möchte die BAG Jüdinnen und Juden in Deutschland eine Stimme geben und einen linken Schutzraum für von Antisemitismus und Antizionismus betroffene Menschen schaffen. Darüber hinaus strebt die BAG den offenen Austausch mit den jüdischen Gemeinden in Deutschland an – einschließlich gemeinsamer Aktionen und Demonstrationen.

Zeitgleich gründen sich bundesweit in den Landesverbänden neue Landesarbeitsgemeinschaften (LAG) der BAG. Bereits in sechs Bundesländern wurden diese entsprechend der Landessatzungen anerkannt. Zusätzlich wurden in zwei Bundesländern die satzungsmäßigen Hürden zur Anerkennung als LAG bereits genommen. In allen anderen Bundesländern wird die Gründung einer LAG Shalom vorbereitet.
Zur Organisation der Arbeit der BAG wählte die Versammlung einen achtköpfigen Sprecher*innenrat.

Dieser erklärt gemeinsam: „Die letzten Monate haben gezeigt, wie schnell antisemitische Stereotype wieder salonfähig werden: Sowohl online als auch auf der Straße, bis in Bildungseinrichtungen und Betriebe. Viele Jüdinnen und Juden berichten von Angst und Rückzug aus dem öffentlichen Raum. Unsere Gründung ist eine Antwort auf diese Realität: Wir stehen geschlossen und solidarisch an ihrer Seite und benennen Antisemitismus klar, ohne Ausflüchte, ohne identiätspolitische Ausweichmanöver und ohne ‚aber auch‘. Die Terrorangriffe der Hamas am 7. Oktober 2023 waren ein Zivilisationsbruch. Wer diesen Tag relativiert, romantisiert oder in vermeintliche Widerstandsnarrative einbettet, verlässt nicht nur Die Linke, sondern auch die Realität. Auch hierzulande erleben wir seitdem einen Anstieg antisemitischer Vorfälle. Gerade als Partei Die Linke tragen wir Verantwortung, dass Trauer und Solidarität mit den Opfern unmissverständlich sind und Antisemitismus – auch in unseren eigenen Reihen – keinen Platz hat. Wo antisemitische Codes, verschwurbelte Schuldumkehr oder antiisraelische Dogmatik erscheinen, sagen wir klar: Nicht in unserem Namen.“