„Es gibt keinen linken Antisemitismus“, schallt es aus der politischen Linken gleich nach „Alerta, alerta“ und „Hoch die internationale Solidarität“. Denn, obwohl die steigende Tendenz eines linken Antisemitismus spätestens nach dem 7. Oktober 2023 objektiv geworden ist, sind Linke nach wie vor Meister:innen in der Relativierung und teils gar Leugnung von Antisemitismus. Um dieses Selbstbild von der Immunität gegen alles Böse aufrecht zu erhalten, werden nicht nur gebetsmühlenartig Millionen von Social Media Posts, sondern ganze Bücher verfasst, anstatt sich der fortschreitenden Vergiftung des eigenen Bewusstseins zu stellen. Die emanzipatorische Kritik am Antisemitismus von Links und dem der Linken ist aber ein Phänomen, dass die Linke seit ihrer Existenz begleitet und schon bei Marx beginnt. Wissen, das teils verschüttet scheint, teils als Flaschenpost herumdümpelt, teils bewusst ignoriert wird. Der Vortrag soll, mit einem Fokus auf die Geschichte der Linken der BRD und Israels, einen historisch-kritischen Einstieg und Überblick über linke Antisemitismuskritik liefern, vom 19. Jahrhundert bis heute. Und so auch praktisches Wissen vermitteln und eine Diskussion eröffnen, wie im hier und jetzt mit linkem Antisemitismus umgegangen werden kann.
Zum Referenten:
Dennis Kundrus ist Historiker (M.A.) mit den Schwerpunkten vergleichende Faschismustheorie- und forschung, Geschichte der Arbeiter:innenbewegung und kritischer Geschichte. Er ist stellvertretender Vorsitzender der Partei Die Linke im Saarland und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Partei.
21. Mai 2026 | 19 Uhr
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